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Vom Bergmann zum Spielzeugmacher

 

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Artikelnummer 202/160/1 (Größe 70 cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung, Mundloch beidseitig bemalt

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         Artikelnummer 202/160/8 (Größe 70 cm x 40 cm) mit 7 elektrischen Kerzen

Das Schnitzen, Klöppeln und die Spielwarenherstellung haben als typische Volkskunst des Erzgebirges ihren Ursprung im ehemaligen Bergbau, der im 15. und 16. Jahrhundert das wirtschaftliche Leben dieses Gebietes bestimmte. Mit seinem seit dem 17. Jahrhundert zunehmenden Verfall, verloren auch zahlreiche Bergmannsfamilien ihre Existenzgrundlage. Auf der Suche nach einem neuen Broterwerb fanden sie diesen in neuen Berufen der Holzverarbeitung oder in der hausgewerblichen Textilherstellung. Für das Westerzgebirge wurde dies das Spitzenklöppeln und für das Seiffener Gebiet das Drechseln und die Spielwarenherstellung. Diese durch den Verfall des Bergbaues ökonomisch bedingte Entwicklung haben wir aufgegriffen und nach dem Grundprinzip unserer Manufaktur, historische Zusammenhänge realistisch darzustellen, in einem Zyklus „Vom Bergmann zum Spielzeugmacher“ gestaltet.

Ausgangspunkt hierfür ist wiederum der ursprüngliche „Seiffener Schwibbogen“, der durch bergbauliche Elemente sinnvoll erweitert ist. Die enge Verbindung zum Bergbau wird immer durch ein Stollenmundloch symbolisiert, das im Mittelpunkt des Bogens steht. Es gewährt Einblick auf das Spielzeugdorf Seiffen oder zeigt Szenen aus der Arbeit des Bergmannes. Die im Halbrund des Bogens gestalteten Seiten reflektieren in figürlichen Gestaltungen die Entwicklung des Weges vom Bergmann zum Spielzeugmacher. Auf die Bedeutung des Rohstoffes Holz für den Spielzeugmacher verweist ein Waldarbeiter, und die Holzsammlerin neben ihm symbolisiert mit ihrer Ziege, der „Kuh des kleinen Mannes“, deren soziale Lage. Auf der anderen Seite des Bogens stellen ein Spielzeugmacher und seine Frau gerade Lichterbergmänner und Lichterengel, aber auch

Schwibbogen in filigraner Miniaturausführung her. Auf ein bedeutungsvolles Ereignis für die Ausbreitung des Seiffener Spielzeuges auf dem Weltmarkt weist der Seiffener Spielzeugmacher Hiemann hin, der 1699 als erster die Leipziger Messe besuchte und seine Drechslerwaren auf einem Schiebbock zu Fuß nach Leipzig transportierte. Aber auch der Weihnachtsmann mit einem Schlitten voller Spielzeug fehlt in diesem Sortiment nicht. Umrahmt werden diese Darstellungen von typischen Erzgebirgsfiguren und musizierenden Bergleuten. Der Zyklus „Vom Bergmann zum Spielzeugmacher“ fand seine Anerkennung auch in den Auszeichnungen dieser Schwibbogen mit dem Preis „Tradition und Form“ 1995 durch den Verband der erzge-birgischen Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. sowie der Verleihung des „Förderpreises Handwerk“ 1996 durch den Genossenschaftsverband Sachsen.

 

 

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Bild 1: Artikelnummer 202/160/1/5 "cynsifen 1324" mit Bergkapelle und Zisterziensermönchen, Rückseite Seiffener Kirche (Größe 70cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung

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Bild 2: Artikelnummer 202/160/1/4 "cynsifen 1324" mit Bergkapelle und Winterlandschaft, Rückseite Seiffener Kirche (Größe 70cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung

Schwibbögen „Zehn Jahre Manufaktur Klaus Kolbe“ 1990 – 2000

Bild 1: Die Besiedlung und Urbarmachung unseres Gebietes erfolgte mit Sicherheit von Böhmen aus. Dabei bediente man sich vor allem der Zisterziensermönche des Klosters Ossegg, die wohl auch wesentlich dazu beitrugen, nach den ersten Zinn- und Silberfunden, das erzgebirgische „Berggeschrei“ auszulösen.
Bild 2: Der zunehmende Verfall des Bergbaues zwang die Bergleute, zur Sicherung ihrer Existenzgrundlage noch einen zweiten Beruf auszuüben. Mit der Nutzung des reichlich vorhandenen Rohstoffes Holz zur Herstellung von Gebrauchsgut des täglichen Bedarfs vollzog sich im Seiffener Gebiet der Übergang vom Bergmann zum Holzdrechsler und Spielzeugmacher.
Bild 3 und 1: Der im Dunkel der Erde vor Ort arbeitende Bergmann, der dem Fels mit Schlegel und Eisen das wertvolle Silber- und Zinnerz abringt, erinnert an die Schwere der Arbeit des Bergmannes. Die landwirtschaftliche Nutzung eines kleinen Stückchen kargen Bodens trug zur Ernährung der Bergmannsfamilie bei.

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Bild 3: Artikelnummer 202/160/2/4 "Bergmann mit Fundstufe" (Größe 70cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung

 

Weitere Motive

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Artikelnummer 202/160/4/1 Schneeberger Sommer (Größe 70 cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung, Mundloch beidseitig bemalt

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Artikelnummer 202/160/4/2 Schneeberger Winter (Größe 70 cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung, Mundloch beidseitig bemalt

 

Schneeberg - St.Wolfgangskirche

In der Blütezeit des erzgebirgischen Bergbaues im 15. und 16. Jahrhundert, der zugleich mit einem wirtschaftlichen Aufschwung in Sachsen verbunden war, kam es im Erzgebirge zu bedeutenden Stadtgründungen durch die sächsischen Herzöge. Innerhalb weniger Jahre entwickelten sich aus diesen Stadtgründungen in den Zentren des Silberbergbaues die bedeutenden Bergstädte Schneeberg (1471), Annaberg (1496) und Marienberg (1521).
Als Ausdruck ihres Reichtums entstanden dort monumentale Bauwerke, die noch heute das Stadtbild dieser einst reichen Silberstädte prägen.

 

Die Stadtgründung Schneebergs erfolgte 1471 durch Herzog Albrecht von Sachsen. Bereits 1474 waren in und um Schneeberg in 232 Gruben 1200 Bergleute tätig. Von 1516 bis 1540 wurde die das Stadtbild prägende Sankt-Wolfgang-Kirche erbaut. Dieses Wahrzeichen Schneebergs steht auch im Mittelpunkt des Bogens. Darunter ist in einem Stollenmundloch eine Episode aus der Stadtgeschichte Schneebergs dargestellt. Im Jahre 1477 stießen Bergleute der Sankt-Georg-Fundgrube auf eine riesige Silberstufe von 2 x 2 x 1 m Mächtigkeit und einem Gewicht von 400 Zentnern. Der Fund war so sensationell, dass selbst Herzog Albrecht nach Schneeberg eilte, um dieses Wunder zu beschauen. Er ließ sich an diesem „Silbertisch“ mit Speisen und Getränken bewirten und soll dabei ausgerufen haben: „Unser Kaiser Friedrich ist zwar mächtig und reich, aber einen so stattlichen Tisch aus purem Silber hat er nicht.“

 

 

 

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Artikelnummer 202/160/3/1 Annaberg (Größe 70 cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung, Mundloch beidseitig bemalt

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Artikelnummer 202/160/6/1 Marienberg (Größe 70 cm x 40 cm) mit 8 elektrischen Kerzen einschließlich Innenbeleuchtung, Mundloch beidseitig bemalt

 

Annaberg - St. Annenkirche
Die ersten Silberfunde um 1492 am Schreckenberg veranlassten den sächsischen Herzog Georg den Bärtigen 1496 zur Gründung der „Neustadt am Schreckenberg“, die dann 1501 durch einen kaiserlichen Wappenbrief den Namen „Sankt Annaberg“ erhielt. Schon um 1500 war Annaberg neben Freiberg und Schneeberg der bedeutendste Bergwerksort im Erzgebirge.
Das hervorragendste Baudenkmal Annabergs ist die von 1499–1525 aus Bruchsteinen erbaute Sankt-Annen-Kirche. Sie ist die größte spätgotische Hallenkirche Sachsens, die auch im Mittelpunkt unseres Schwibbogens steht.
Mit dem Bergbau eng verbunden war auch das Wirken des deutschen Rechenmeisters Adam Ries (1492–1559), der als Rezessschreiber im Annaberger Bergbau tätig war und auch eine eigene Rechenschule betrieb. Von ihm wurde auch Barbara Uthmann (1514–1575) in Rechnen und Bergbaukunde unterrichtet, die ebenfalls zu einer bedeutenden Persönlichkeit Annabergs wurde. Als Verlegerin trug sie wesentlich zur Verbreitung der erzgebirgischen Klöppelspitze bei und schuf damit für viele Bergarbeiterfamilien eine neue Existenzgrundlage, als der Bergbau zunehmend versiegte. Auch diese beiden historischen Persönlichkeiten sind neben der Sankt-Annen-Kirche in unserem Bogen dargestellt.
Marienberg - St. Marienkirche
Marienberg ist die jüngste der einst bedeutenden Bergstädte des Erzgebirges. Die ersten Silberfunde 1519 im Gebiet des Waldhufendorfes Niederschletta lockten auch hier zahlreiche Bergleute an. Dies veranlasste Herzog Heinrich den Frommen von Sachsen im Jahre 1521 eine neue Bergstadt zu gründen. Sie wurde auf dem Grund und Boden von Wüstenschletta angelegt und Marienberg genannt.
Bereits 1523 erhielt die Stadt das volle Stadt- und Bergrecht. Als planmäßige Stadtanlage besitzt sie einen 1,77 ha großen quadratischen Marktplatz. Auf ihm befindet sich auf einem Sockel aus schwedischem Granit ein überlebensgroßes Bronzedenkmal des Stadtgründers Herzog Heinrich des Frommen (1473–1541). Neben repräsentativen Profanbauten wie das Rathaus, das Fürstenhaus als ehemaliges Jagdschloss des Herzogs und das Bergamt, wurde von 1558–1564 auch die Stadtkirche Sankt Marien erbaut. Sie ist die jüngste der großen, spätgotischen Hallenkirchen des Erzgebirges. Das Denkmal des Stadtgründers Heinrich des Frommen und die das Stadtbild beherrschende Sankt-Marien-Kirche nehmen deshalb, umrahmt von anderen bergmännischen und volkskundlichen Darstellungen, auch in diesem Schwibbogen einen zentralen Platz ein.

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Dresden
Dresden steht in unmittelbarer Verbindung zum Erzgebirge. Nicht nur als Landeshauptstadt, sondern auch aus historischen Gründen.
1809 bekamen die vier Spielzeugmacher „Johanna Christiane Schneider“, „Gotthelf Friedrich Fichtner“, „Christian Friedrich Kämpe“ und „Samuel Gottlieb Neubert“ die Genehmigung dazu, einen Sonnenschein lang, ihre Waren am Fuße der Frauenkirche selbst zu verkaufen, um den Zwischenhandel zu umgehen, der ihnen damals einen Großteil ihrer Einnahmen kostete. Es ist uns daher ein Bedürfnis, an dieses Ereignis zu erinnern.
Auch das heutige Erscheinungsbild Dresdens mit seinen barocken Gebäuden wurde größtenteil aus den erheblichen Mitteln, die der Staatskasse durch den erzgebirgischen Silberbergbau zufloss, finanziert.
Und der Wiederaufbau der Frauenkirche nach deren Zerstörung 1945, ist ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen und somit ist Dresden ein Zeitzeuge der Vergangenheit, sowie ein Monument der Gegenwart. Das Motiv der Frauenkirche mit Striezelmarkt ist aus diesem Grund auch in unserem Sortiment häufig anzutreffen.

 

 

 

 

 

 

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